Bayerischer Elternverband: „Sparforderungen bei der Jugendhilfe sind das falsche Signal, Herr Ministerpräsident!“

Erstellt von Martin Löwe | | Information

Bayern – Gerade erst wurden die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2025/26 veröffentlicht – und sie sind alarmierend: Jedes vierte Kind in Deutschland ist psychisch belastet, die Tendenz ist erstmals seit Corona wieder steigend. Viele Schülerinnen und Schüler berichten zudem von Überforderung, Leistungsdruck und fehlender Unterstützung im Schulalltag.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich der Bayerische Elternverband (BEV) äußerst irritiert über die jüngsten Aussagen von Markus Söder, die zusätzliche Einsparungen im Bereich der Jugendhilfe ins Spiel bringen, um Steuersenkungen zu finanzieren*. „Diese Forderungen kommen zur völlig falschen Zeit“, erklärt Martin Löwe, der Landesvorsitzende des BEV. „Die aktuellen Studien zeigen klar: Kinder und Jugendliche brauchen mehr Unterstützung, nicht weniger. Einsparungen in der Jugendhilfe gehen an der Realität vorbei.“

Der BEV warnt eindringlich: Die steigende psychische Belastung junger Menschen ist ein klares Alarmsignal. Schon heute fehlen vielerorts Schulsozialarbeit, psychologische Unterstützung und ausreichende Hilfsangebote. Gleichzeitig verschärfen politische Entscheidungen die Lage weiter: Ab dem 1. April werden die Honorare für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gekürzt, zudem gilt in Bayern ein Stellenmoratorium für Lehrkräfte.

Diese Entwicklungen sind aus Sicht des BEV nicht nachvollziehbar und senden ein völlig falsches Signal. „Wer auch in Zukunft noch ausreichend Leistungsträger haben möchte, muss jetzt Veränderungen wagen und in die optimale Förderung unserer Kinder investieren“, fordert Löwe. Die Handlungsfelder seien laut Löwe bekannt und würden auch durch den nächsten PISA-Schock, der 2026 bereits vor der Tür stehe, abermals bestätigt werden. „Offensichtlich blenden politisch Verantwortliche dies mittlerweile vollständig aus. Denn wer jetzt kürzt, verschärft die bestehenden Probleme weiter. Gerade jetzt braucht es Investitionen in Schulsozialarbeit, Prävention und gute Lernbedingungen“, mahnt Löwe.

Der Bayerische Elternverband fordert Markus Söder daher auf, die angekündigten Forderungen zu überdenken und stattdessen gezielt in die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zu investieren.

*Quelle: www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/csu-markus-soeder-spd-lars-klingbeil-cdu-friedrich-merz-reform-pfingsten

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Der Bayerische Elternverband steht allen Eltern in Bayern offen. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

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