Bayerischer Elternverband fordert: Kein Smartphone-Zwang für Achtjährige!

Erstellt von Prof. Dr. Gundolf Kiefer | | Information

Eine vom bayerischen Kultusministerium empfohlene App zur Medienerziehung an Grundschulen läuft nur auf Smartphone oder Tablet und macht abhängig von Google und Apple.

Mit der App „Wo ist Goldi? Sicher surfen im Netz“ sollen bayerische Grundschulkinder lernen, „Medien bewusst und reflektiert zu nutzen“. Dazu gehöre auch, „über Datenschutz und den Schutz der eigenen Privatsphäre Bescheid zu wissen“, schreibt das Kultusministerium in seinem Flyer zur App.

Die App lässt sich nur bei Google oder Apple herunterladen. Das kritisiert der Bayerische Elternverband (BEV), denn damit seien Eltern gezwungen, ihrem Kind ein Smartphone oder Tablet zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es auch anders, wie ähnliche Angebote des Vereins Internet-ABC (www.internet-abc.de) oder die Lernapp „Anton“ zeigen. Sie laufen im Webbrowser und damit problemlos auch auf dem heimischen Laptop oder PC.

Der Landesvorsitzende des BEV, Martin Löwe, und der Leiter des BEV-Sachgebiets Digitale Bildung, Prof. Gundolf Kiefer, sind sich einig, dass die App webbasiert angeboten werden muss. In Verbindung mit den attraktiv präsentierten bunten Inhalten dürfte „Wo ist Goldi?“ andernfalls den Druck auf die Eltern massiv erhöhen, dem Kind ein eigenes Smartphone oder Tablet zu kaufen. Durch diese App werde es ihnen sehr schwer gemacht, ihr Kind erst einmal mit einem Familien-PC in die digitale Welt einzuführen, am besten ohne Digitalkonzerne aus den USA. „Wollen wir denn allen Ernstes bereits Achtjährige an Google oder Apple binden?“

Der Zwang zu einem Google- oder Apple-Konto berühre überdies den Datenschutz. Dass über Google- oder Apple-Konten persönliche Daten preisgegeben werden, sei hinreichend bekannt. Beim Blick auf die Goldi-App müsse man sich fragen, wie es um die Medienkompetenz der zuständigen Ministerien bestellt sei. „Und warum hält sich nicht wenigstens das Kultusministerium an seine eigenen Vorgaben für Schulen, so wie es dies beim aktuellen Ausbau der BayernCloud Schule in vorbildlicher Weise getan hat?“


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Der Bayerische Elternverband e. V. (BEV) steht allen Eltern in Bayern offen. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

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Prof. Dr. Gundolf Kiefer
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