Bayerischer Elternverband fordert vollständige Transparenz nach Datenleck bei der Stadt München

Erstellt von Martin Löwe | | Information

München – Nach Recherchen der Abendzeitung München (AZ) wurden Datensätze von über 120.000 Münchner Schülerinnen und Schülern sowie zahlreichen Lehrkräften, Schulleitungen, Verwaltungs- und Kita-Beschäftigten entwendet und teilweise im Darknet verbreitet. Beim Bayerischen Elternverband (BEV) melden sich seit der heutigen Veröffentlichung der Recherchen verunsicherte Eltern, die eine umfassende Aufklärung verlangen.

Der BEV begrüßt die laufenden technischen Analysen, internen Untersuchungen sowie die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden und Prüfungen der Datenschutzaufsicht. Gleichzeitig fordert der Verband eine vollständige und nachvollziehbare Information aller Betroffenen. Die Stadt müsse offenlegen, welche Daten konkret betroffen sind, wer potenziell Zugriff hatte und ob gesetzliche Informationspflichten ausgelöst wurden. Nur durch transparente Kommunikation könne das Vertrauen von Eltern, Lehrkräften und Beschäftigten wiederhergestellt werden.

Den Berichten zufolge umfassen die geleakten Daten u. a. Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Schulen und Staatsangehörigkeiten. Diese Kombination ermögliche nicht nur eine eindeutige Identifizierung, sondern auch eine mögliche Lokalisierung einzelner Kinder. Der BEV sieht daher ein erhebliches Gefährdungspotenzial – etwa durch Identitätsdiebstahl, Social Engineering, Doxing, Stalking, Betrugsversuche oder Diskriminierung. Eine Benachrichtigung sei daher kein formaler Vorgang, sondern zentral für den Schutz der Betroffenen. Nur informierte Eltern und Lehrkräfte könnten Risiken realistisch einschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Zudem erwartet der Verband eine klare Darstellung der bisherigen Bewertungen durch interne und externe Datenschutzstellen sowie eine Erklärung, wie es zu einem über längere Zeit ungeschützten Zugriff auf die Daten kommen konnte. Entscheidend sei nun, dass die Stadt nicht nur den Vorfall aufarbeitet, sondern verbindliche Konsequenzen zieht.

Für die Zukunft fordert der BEV wirksame technische und organisatorische Maßnahmen, darunter regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen, verbessertes Monitoring, klare Verantwortlichkeiten und verpflichtende Schulungen für alle Beschäftigten, die mit sensiblen Daten arbeiten.

„Eltern müssen darauf vertrauen können, dass die Daten ihrer Kinder sicher sind“, betont Landesvorsitzender Martin Löwe. Die Stadt München stehe in der Verantwortung, lückenlos zu informieren und sicherzustellen, dass Betroffene nicht erst aus den Medien erfahren, dass ihre Daten möglicherweise betroffen sind.“

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„Die Schulen müssen den Kindern passen, nicht die Kinder den Schulen“ – Unter diesem Motto setzt sich der Bayerische Elternverband (BEV) seit 1968 für Chancengleichheit und Gerechtigkeit in der Bildung ein. Ziel ist die optimale Förderung jedes einzelnen Kindes - im Kindergarten, in der Schule und in der Familie.
Als Interessenvertretung der rund 3 Millionen bayerischen Eltern nimmt der BEV Einfluss auf die Schul- und Bildungspolitik in Bayern und unterstützt Eltern vor Ort, ihre Mitwirkung optimal gestalten zu können.
Der BEV steht allen Eltern in Bayern offen. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden. Mehr Informationen finden Sie unter www.bev.de/ueber-uns

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